Raumspiele: Mapping Revisited


In den letzten Jahren gehören Begriffe wie »Mapping« und »Atlas« zum Wörterbuch der  der Kunst- und Kulturwissenschaften. In den vielen Debatten über die Globalisierung, über Migrationsprozesse und über den Klimawandel zeigen sich zugleich Debatten um Räume und Raumbewegungen. Noch nie gab es so viele Landkarten und kartografische Übersichten, die diese Debatten begleiten, als ob man die Räume verorten müsste, um die es in den Debatten geht. Gleichzeitig erscheint dieses Thema in den Künsten. Das Mapping in der Kunst hat einen stringent gesellschaftskritischen Hintergrund. Es findet innerhalb einer gesellschaftlichen Debatte statt, was den Rang dieser Form der künstlerischen Auseinandersetzung betont. Dabei ist der Begriff »Mapping« höchst untauglich, die vielen Erscheinungsformen der Raumerkundung in Kunst, Wissenschaft und Alltag abzudecken, weil er sich nur auf den Umgang mit Karten beschränkt. Es ist wichtig, eine genaue Erklärung der Begriffe anzustreben, die in dieser kulturellen Debatte benutzt werden. Dieses Projekt greift die Recherchen auf, die ich in dem Buch »Vom Bild zum Ort: Mapping lernen« dargestellt habe, und führt sie weiter. Es wird in diesem Buchprojekt um viele neue und andere Bewertungen der künstlerischen Raumerkundung gehen.


Das Projekt »Raumspiele: Mapping Revisited« gliedert sich in drei Teile. Es führt in seinem ersten Teil von einer Standortbestimmung der Raumerkundung in Kunst, Wissenschaft und Alltag (Die Matrix) zu einem konkreten Beispiel im zweiten Teil: Das Emscherland ist seit vielen Jahrzehnten Gegenstand von künstlerischen und anders gemeinten Raumerkundungen. Sie zeigen, wie sich unterschiedliche Personenkreise mit Bildern dieses Raums beschäftigen. Das zweite Heft erzählt über die Bildikonografie des Emscherlandes (Die Emscherland-Bilder). In dieser Region verorteten Studierende der TU Dortmund und Schüler*innen in den Ausbildungsschulen der Studierenden ihr persönliches Emscher-Panorama, über das der dritte Teil ausführlich erzählt. Er fasst aus einer kunstwissenschaftlichen Sicht das Methodenrepertoire der Raumerkundung mit künstlerischen Methoden an einem Beispiel zusammen. Heft 1 (Die Matrix) erscheint an dieser Stelle im Herbst 2020. Heft 2 (Die Emscherland-Bilder) und 3 (Das Emscherland-Panorama) folgen in lockerer Folge bis 2021.

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